Dieser Beitrag soll Eltern und Lehrern gleichermaßen eine Empfehlung aussprechen, was aus der Sicht des Autors guter Religionsunterricht ist und was dazu gehört. Die meisten Menschen kommen mit Religion das erste mal über die Familie in Verbindung. Andere Menschen, deren Eltern weniger religiös sind, werden anders erzogen und kommen mit dem Thema Religion vielleicht auch erst in der Schule in Kontakt. Dann sollte der Unterricht ganze Arbeit leisten.
Die Bedeutung von Religionsunterricht in jungen Jahren
Religion in der Grundschule ist ein prägendes Erlebnis, denn Kinder sind in einem gänzlich neuen Umfeld und sind sehr viel aufnahmewilliger und auch –fähiger als Schüler höheren Alters oder gar Erwachsene. Aber Kinder sind auch weniger kritisch und Glauben dem Lehrer wohl nahezu alles, was er ihnen beibringt. Deswegen tragen Religionslehrer in der Grundschule eine besondere Verantwortung – dessen sollten sich die Lehrkräfte immer bewusst sein.
Frühe Eindrücke für ein gesundes Weltbild
Religionsunterricht ist heute nicht mehr der, der er ein mal war. Weniger im Vordergrund steht inzwischen die Frage, ob es Gott wirklich gibt oder nicht, sondern mehr, wie wir mit einander leben sollen und wie man sich dabei an der Religion orientieren kann. Es gilt, die Grundsätze der verschiedenen Religionen, die sich immer ähneln, in den Alltag zu integrieren. Da spielt es auch weniger eine Rolle, ob wir denken, dass es Gott gibt oder nicht, wichtiger ist, dass wir die wichtigsten Grundregeln des respektvollen und friedlichen Zusammenlebens auch in der Religion zu finden sind. Dabei gilt es, die Interpretation von Symbolismen jedem selber zu überlassen und die Schüler in die verschiedenen Interpretationen mit einzubeziehen. Dann sollten Schüler sich regelmäßig im Unterricht, vom Lehrer moderiert, austauschen und über ihre Gefühle und Gedanken sprechen. Das hilft jedem im Unterricht, seine eigenen Gedanken und Gefühle besser zu verstehen und auch neuen Input von anderen zu erhalten, der durchaus sinnvoll und wichtig für die Bildung einer eigenen Meinung sein kann.
Lehrer sollten dabei vor allem Fragen stellen und den Schülern das antworten überlassen, weniger sinnvoll ist es, die eigene Meinung in der Vordergrund zu stellen und so Schüler die eigenen Entscheidungen und Auffassungen strikt vorzugeben. Aber immer gilt: Wenn Schüler fragen, sollte ein Lehrer auch im Religionsunterricht antworten, allerdings auf einer Basis, die Luft und Raum für das Finden eigener Antworten auf Seiten der Schüler lässt.
Bild: panthermedia.net Christian Schwier

Tags: 